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Kein Winterdienst, wie fahre ich sicher ?

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Sunday, December 19th 2010, 9:59pm

Kein Winterdienst, wie fahre ich sicher ?

Stellt euch vor, es ist ein Winter wie aktuell:
Die Winterdienst kommen mit dem Räumen nicht mehr nach, die Streumittel gehen aus, dei Schneefälle nehmen zu.

Ergebnis:
Jeder muss sich seinen Weg selbst suchen und bahnen... wenn es noch keine Spuren im Schnee gibt.
Man soltle aber solchen Spuren auch nicht bedingungslos vertrauen. Schließlich kann sie ja bei einem verunfallten Wagen enden, der die Fahrbahn verlassen hat.

Teil 1:
Normalerweise kennt man seine üblichen Wege ganz genau. Man hat genügend Anhaltspunkte und es gibt auch Straßenschilder, die gut sichtbar den Weg weisen.
Jetzt sind aber Schilder zugeschneit und man fährt relativ langsam. Dadurch verliert man das Zeitgefühl und außerdem wähnt man sich weiter gekommen als es der Tatsache entspricht.

Die fehlenden "Kontrollpunkte" und das Wähnen, man sei schon viel weiter, führen dazu, dass man durchaus schon viel früher irgendwo abbiegt als normalerweise.
Anstatt dass man in eine normale Querstraße abbiegt, fährt man vielleicht in einen Feldweg ein, der viel früher erscheint.

Man muss sich also immer wieder vergewissern, wo man wikrlich ist und auch sehr selbstkritisch sein

Teil 2:
Während man einem nicht mehr sichtbaren Weg folgt, benötigt man Anhaltspunkte, damit man auf der Straße bleibt.
Ehedem gut sichtbare Gräben neben der Straße werden durch Schnee zugeweht und bilden mit angrenzenden Flächen eine optische Ebene.
Wenn man an den Rand der Straße kommt, droht ein Abrutschen in den Graben.

Hier hilft es, wenn man sich von Leitpfahl zu Leitpfahl "weitertastetet"
.. nie direkt am Rand fahren.. denn: wenn die Straße zu einer Seite abschüssig ist, droht der Wagen eventuell in diese Richtugn abzurutschen.
Man muss fürher schopn sehr gut auf die Straße und die Gegend geachtet haben, um sich solche abschüssigen Straßenstücke merken zu können ... und sich vro Allem jetzt wieder daran erinnern können.

Teil 3:
Es schneit extrem und man wird durch das eigene Scheinwerferlicht geblendet. Die Sicht sinkt oft auf unter 50 Meter und man kann den nächsten Leitpfahl nicht mehr sehen.

Einer der Fehler, die dann passieren können:
Man folgt nicht der Kurve, sondern schneidet sich indem man geradeaus weiter fährt und auf den anderen Straßenrand zusteuert ... schließlich sieht man dann den Leitpfahl, wähnt sich immer noch auf der Strecke und erlebt wenige Augenblicke später den Moment indem die Straße zuende ist und der Graben beginnt.

Hiergegen hilft, dass man in einer kurvenreichen Strecke immer mal wieder aufblendet um die Leitpfähle beider Straßenseiten sehen zu können. Dadurch erkennt man den Straßenverlauf wieder und kann dem Weg wieder folgen.

Diese Tipps funktionieren übrigens nur in der Nacht.
Nachts kann man sehen wenn Gegenverkehr kommt, der mit den gleichen Problemen kämpft.
Man kann am rand anhalten um sich gegenseitig "durch zu lassen" und beide können dann der Spur des Anderen folgen.

Bewegt man sich tagsüber auf so einer unbekannten und verschneiten Strecke .. und befindet sich in einem starken Schneeschauer ... dann ...

langsam und vorsichtig fahren
Fenster einen Spalt öffnen und Musik/Radio aus.. dann kann man evnentuell andere Fahrzeuge schon hören, bevor man sie sehen kann.
Legen Sie Pausen ein, damit sich Ihre Augen entspannen können. Sie sind das wichtigste "Zubehör" bei der Fahrt.
Wenn Sie zum Stehen kommen: Warnblinker einschalten und eventuell (je nach Sicht) auch die Nedbelrückleuchten.
Schließlich rechnet keiner damit, dass plötzlich ein Hindernis auftaucht. Je besser es sichtbar ist, desto weniger Gefahr für alle.

Ansonsten: Verhalten Sie sich wie bei eienr Fahrt bei dichtem Nebel

Übrigens: Immer wieder anhalten um Scheinwerfer, Blinker und Rücklichter zu reinigen. Das gilt sowohl bei Tag als auch bei Nacht.
Sie werden durch den Schnee zugeschneit ... und sind doch die einzigen hilfsmittel die ein rechtzeitiges Erkennen ermöglichen.

Wieso und woher diese Tipps plötzlich ?
Bei einer 30IKm-Fahrt unter solchen Bedingungen fällt einem plötzlich wieder alles ein, was man früher schon erlebt hat.
Man muss nicht alles erleben, was Andere schon erlebt haben.
Vielleicht hilft ja schon das angelesene Wissen um die Gefahren, um einen Unfall zu verhindern ? Wir hoffen es jedenfalls.. sonst würden wir keine Zeit in solche Beiträge stecken um anderen Lesern eventuell helfen zu können.

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Monday, January 16th 2017, 10:57pm

Heute kann ich euch noch ein paar Tipps anhand einiger Fotos geben, die ich gestern schießen konnte.

Stellt euch mal folgende Situation vor. Ihr müsst unbedingt über eine Straße fahren, die "schön voll geschneit" ist.
001.JPG: -?-

Wie ihr seht, seht ihr nichts außer einer weißen Fläche. Rechts und links ist jeweils ein Gaben (den seht ihr dann im letzten Bild).
Die Straße ist genau so breit wie ein Auto.
Wie kommt man nun da durch, ohne im Graben zu landen ?

Wenn ihr an so einer Stelle steht, habt ihr ja festen Grund unter den Rädern. Ihr könnt euch jetzt also am Verlauf des Feldrandes auf der linken Seite richten oder an dem kleinen Wall auf der rechten Seite.

Hier empfehle ich, das Feld als Orientierung zu benutzen. Es grenzt sich scharf von der Schneefläche ab und erleichtert dadurch, die Richtung zu halten.

Irgendwann werdet ihr dann vielleicht auch mal an eine Kurve kommen
002.JPG: -?-

Das sieht doch eigentlich ganz gut aus ? Da ist eine Spur und scheinbar ist der Schnee dort auch schon getaut.
Aber genau da wird es jetzt wirklich gefährlich.

Wieso soll genau an dieser Stelle etwas tauen ?
Schaut euch die Kurve näher an. Sie geht nach recht, jedoch steigt die Straße genau in der Kurve auch an - wobei sie aber leicht nach links "kippt"
Dass da etwas "getaut ist", kann auch darauf beruhen, dass genau dort die Räder eines anderen Fahrzeuges schon durchgedreht sind. Dabei haben sie den Schnee durch Reibung geschmolzen.

Rechne also damit, dass an so einer Stelle der Wagen zur Seite rutschen kann und dass das "Getaute" in Wirklichkeit eine Eisschicht ist.

Oh wie schön, da ist eine gestreute Straße

003.JPG: -?-

Wie man aber sehr gut sehen kann, geht es bergauf und es ist nur ganz kurz vorher etwas gestreut.

Wenn ich genau an dieser Stelle komplett anhalten würde, hätte ich mit einem Heckantrieb Probleme, wieder losfahren zu können. Die Antriebsräder würden auf dem leicht angetauten und noch rutschigerem Bereich der Straße zum Stehen kommen.

Wir müssen also das Anhalten vermeiden und langsam auf die Kreuzung zu rollen. Den Verkehr, der von rechts kommt, können wir auf keinen Fall sehen. An dieser Stelle nach Links abzubiegen, könnte ein großer Fehler sein.
Will ich aber nach Rechts abbiegen, schaue ich einfach bereits weit vorher nach, ob von Links ein Fahrzeug kommt.


PS:
Natürlich wusste ich, was mich auf dieser Straße erwarten würde. Ich war sie einigen Stunden zuvor schon einmal gefahren. Zu der Zeit konnte ich auch noch Treckerspuren sehen. Die zeigten mir aber an, dass selbst ein Trecker mit seinen extrem großem Profil Mühe hat, die Spur zu halten. Mit meinen normalen Winterreifen war die erste Fahrt noch annähernd normal. Bei der "Foto-Tour" war aber bedeutend mehr ´Schnee vorhanden und auch mein Auto wollte nicht mehr die Spur halten.

Die Spuren in der Kurve stammen trotzdem nicht von mir *lach*. Die waren vorher schon vorhanden gewesen und an der Stelle wollte der Wagen auch nach links wegrutschen.

Beim dritten Bild war ich zuvor einfach, wie beschrieben, ohne anzuhalten weiter gefahren.
Für das Foto habe ich aber angehalten und hatte danach Mühe, überhaupt wieder losfahren zu können.
Hätte es aber nicht geklappt, wäre ich rückwärts bis zur Kurve gefahren und hätte "mit leichtem Anlauf" die glatte Stelle überwinden können.

Bei völlig unklarer Lage sollte man solche Straßen nur benutzen, wenn man sie schon vorher öfters gefahren ist.
Ist man sie jedoch noch nie gefahren, sollte man sich besser eine andere suchen.
Straßen (wie diese) sind in solchen Situationen dann übrigens ein "totales No Go". Passiert dir etwas, wirst du nicht so schnell gefunden.
Kommt Gegenverkehr, wird es für beide problematisch. In diesem Fall können zwei Fahrzeuge einander nur passieren, wenn beide zur Hälfte neben der Straße ganz nah am Graben fahren. Bei Schnee wie jetzt wäre das "nur dumm". Besser, Einer von beiden fährt zurück und macht dem Anderen Platz.

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